Eigentlich war er für einen Kindergeburtstag
gebucht. Durch eine Verwechslung findet sich
Gabriel plötzlich bei der attraktiven Geschäftsfrau
Sarah, die ihrem Vater seinen zukünftigen
Schwiegersohn vorstellen will. Einen George
Clooney hatte sie geordert – nun muss sie mit
Gabriel Vorlieb nehmen. Schnell wird er über
die Details seiner angeblichen Beziehung zu
Sarah unterrichtet. Gabriel soll einen erfolgreichen
Schönheitschirurgen mimen. Als Papa Karl
die Bühne betritt und die Lügenblase zu platzen
droht, offenbart sich immer mehr, dass hier alle
nur eine Rolle spielen.
Folke Brabands Beziehungskomödie hinterfragt
ein Geschäftsmodell, das auf vorgetäuschten
sozialen Bindungen basiert. Dabei verliert er
nie den Humor aus den Augen und macht den
Zuschauer zum Mitwisser bei Schein und Sein.

Gogol und Mussorgsky zu Gast bei dem Theaterring
Die Nase des Kollegienassessors Kowaljow trennt sich eines Tages von ihrem Besitzer und wandelt als selbstständiges menschliches Wesen im Rang eines Staatsrates durch Petersburg, bis sie nach zahlreichen Ab- und Irrwegen wieder ins Gesicht des Beamten zurückfindet. In Nicolai Gogols Groteske verbinden sich untrennbar Phantastik und Realität.
Die Rezitatorin Madeleine Milojcic und der Pianist Nima Mirkhoshhal bringen mit feinem Gefühl für absurde Komik den Text begleitet von Auszügen aus Modest Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« zum Klingen. Nach einer Pause lädt Nima das Publikum ein, ihn auf der musikalischen Reise von Schuberts »Wanderer Fantasie« zu begleiten.
Die Liebesgeschichte handelt von zwei jungen
Leuten, die die Konventionen ihrer Zeit ignorieren,
um ihren Herzen zu folgen. Die verheiratete
Anna Karenina verliert völlig den Halt, als sie den
umwerfenden Militäroffizier Wronsky trifft. Als
die Wahrheit über ihre leidenschaftliche Beziehung
ans Licht kommt, geht es Annas Ehemann
mehr um die Wahrung des Scheins, letztendlich
will er aber die Scheidung. Von der Gesellschaft
verstoßen fliehen die Liebenden nach Italien, wo
Anna feststellt, dass sie von allen isoliert ist –
außer ihrem Liebhaber. Schließlich bringt Anna
ein gemeinsames Kind zur Welt, woraufhin
Wronsky
den Dienst quittieren muss. In einem
hysterischen Zustand, müde von den Lügen, der
öffentlichen Verurteilung, den Problemen mit
ihrem Mann, fühlt sie sich nur noch unglücklich.
Der junge, idealistische Wissenschaftler Victor
Frankenstein erweckt ein aus Leichenteilen
zusammengesetztes künstliches Wesen zum
Leben. Das abstoßende Monster erregt in seiner
Umgebung überall Angst und Schrecken. Wegen
seines Äußeren wird es abgelehnt und verfolgt.
Es sehnt sich jedoch nur nach Zuneigung und
Liebe und bittet Frankenstein um eine Gefährtin.
Als Frankenstein das ablehnt, beginnt das Wesen
zu morden. Hasserfüllt jagt Frankenstein sein
Geschöpf bis in die Arktis.
Mary Shelleys ‚Frankenstein oder Der moderne
Prometheus‘ ist als ausgesprochenes Monster in
das kollektive Gedächtnis eingegangen: Wunderbar
gruselig und beängstigend aktuell!
Als hätte Emma nicht schon genug Probleme …
Ihr Vater steckt mitten in einer Geschlechtsumwandlung
und ihren Freund Oliver hat sie nach
einem Krach vor die Tür gesetzt. Doch kurz
danach steht er wieder da und sondert monotone
Begrüßungsfloskeln ab: „Oliver Vierpunktnull“.
„Hallo“. „Guten Tag“. Bald ist klar: Oliver 4.0
ist eine künstliche Intelligenz, ein menschenähnlicher
Computer, der als Haushaltsroboter für
Emma ermittelt wurde und nun auf der Flucht vor
dem Roboterfänger ist. Die virtuelle Haushaltshilfe
nimmt schließlich menschliche Züge an und
erweist sich nicht nur als optische Kopie, sondern
als perfekter Ersatz für den echten Oliver. Es funkt
zwischen Emma und dem „Oliver“. Doch was passiert,
wenn ein Roboter plötzlich die Liebe entdeckt?
Hat er Kontrolle über das, was er tut, über
seine Gefühle? Und welche Auswirkungen hat
wohl ein noch so kleiner Fehler im System?
Während der Vorbereitung auf ein Abendessen
mit Freunden berichtet Pierre seiner Frau Clotil-
de,
ein Bekannter habe eine Methode, wie man
lästige Besucher loswird. Er gibt Abschiedsdinners,
um alte Freundschaften, die ihm nur noch
lästige Verpflichtung sind, geschickt loszuwerden:
Freunde zu einem perfekten Abendessen
einladen und sich dann nie mehr melden. Auch
Pierre und Clotilde haben derartige Freunde,
denen sie ihre wertvolle V.Z.F. (Verfügbare Zeit
für Freund*innen) schenken, die sie aber eigentlich
ohne Eklat loswerden wollen. Bea und
Antoine sind als Erste dran. Alles wird minutiös
vorbereitet für den letzten gemeinsamen Abend,
doch Antoine kommt ohne Bea und aus der
präzise geplanten Verabredung wird ein schrilles
Chaos aus Wutausbrüchen, Abrechnungen
und einer skurrilen Dreiecks-Paartherapie.
Der weltberühmte jüdische Arzt Professor
Mamlock versucht 1933, seine Arbeit und seine
Familie aus den politischen Auseinandersetzungen
mit den Nazis fernzuhalten. Aus Angst um
das Erreichte und mit Hoffnung auf „das Gute“
im Menschen arbeitet er unter den Nazi-Machthabern
weiter. Das zerrüttet seine gesamte
Familie. Sein Sohn verliert das Vertrauen in ihn
und verschwindet in den kommunistischen
Untergrund. Seine Frau wirft ihm vor, genauso
stur zu sein wie seine Gegner. Und seine Tochter
beginnt ihre ganz eigene Form der Rebellion
gegen ihn … Die Neufassung deckt Parallelen zu
den aktuellen politischen Ereignissen auf: Die
Fremdenfeindlichkeit wächst – Übergriffe nehmen
zu – die Gesellschaft verstummt. Man stellt
sich die Frage: Wie schnell kann die Gesellschaft
ihre eigene Geschichte vergessen?
Als die Romanfassung von „Altes Land“ erschien,
war diese Geschichte aus dem Obstanbaugebiet
westlich von Hamburg ein sofortiger
Erfolg. Es
geht um vier Frauenschicksale aus zwei Generationen
auf einem alten Bauernhof. Und es geht
um die heutzutage aktuelle Problematik von
Flüchtlingen, die sich in eine ihnen unbekannte
Gesellschaft einleben müssen. Nach dem Zweiten
Weltkrieg floh Vera mit ihrer Mutter Hildegard
aus Ostpreußen in die den beiden völlig unbekannte
Gegend. Hildegard
verlässt Vera für ein
besseres Leben in Hamburg. Jahrzehnte später
kommt Veras Nichte Anne mit ihrem Sohn
Leon auf den alten Hof. Es geht anfangs nicht
gut mit den beiden so unterschiedlichen Frauen.
Schließlich finden Vera und Anne zusammen
und gründen so etwas wie eine neue Familie
in dem altehrwürdigen Haus.
Viele der berühmten Gestalten aus Edgar Wallaces
Krimis kommen in dieser Inszenierung des
Tourneetheaters Thespiskarren auf die Bühne.
Grund ist eine Theaterpanne. Weil eine geplante
Vorstellung ausfallen muss, da der Transportlastwagen
für ein geplantes Gastspiel auf der Autobahn
im Stau stecken geblieben ist, müssen zwei
Begleitpersonen – Regieassistentin Karin Tor und
Requisiteur Klaus Konski – versuchen, aus dem,
woran sie sich durch ihre Probenbesuche erinnern,
das Stück trotz aller Lücken auf die Bühne zu bringen.
Fällt die Vorstellung aus, ist die Existenz ihrer
gesamten Truppe gefährdet, denn sie sind auf das
Abendeinkommen dringend angewiesen.
Mit viel Fantasie und Improvisationstalent versuchen
die beiden mithilfe der spärlichen restlichen
Requisiten, die Rollen aus den Krimis von
Edgar Wallace selbst zu spielen.
Lutz Hübner und Sarah Nemitz schaffen es seit
Jahren, die relevanten Themen unseres Alltags
auf die Bühne zu bringen. Im Mittelpunkt des
nun uraufgeführten „Furor“ steht Jerry, ein enttäuschter
Rechter, der versucht, einen Polit-Profi
zu erpressen. Heiko Braubach, Ministerialdirigent
und Bürgermeister-Kandidat, hat im
Berufsverkehr einen drogenabhängigen Jugendlichen
angefahren. Er kann nichts dafür, macht
aber trotzdem einen Entschuldigungsbesuch bei
der Mutter des Jugendlichen, der beinamputiert
auf der Intensivstation liegt. Deren 30-jähriger
Neffe Jerry kommt hinzu, ein Underdog, der bei
einem Paketdienst jobbt, und stellt den Politprofi
zur Rede. Jerry will Braubach um Geld erpressen
und Druck erzeugen. Er stellt ihn im Netz bloß,
schneidet ihre Dialoge mit und bedroht ihn mit
einem Messer.
Tickets: 33 / 31 / 29 / 27 / 25 €