Dem Gelehrten Heinrich Faust erscheint „das
verfluchte Hier und Jetzt“ wertlos. Getrieben
von einem unstillbaren Verlangen, möchte er
die Grenzen von Lehre und Wissenschaft, seines
Ichs und der Welt erweitern, Fantasie und
Realität überwinden, Zeit außer Kraft setzen,
Geist und Körper in einen Rausch versetzen. Am
Ende der Reise in die „kleine Welt“ (Faust 1) sind
Fausts minderjährige Geliebte Gretchen und ihr
Kind tot und die Weltformel ist nicht gefunden.
Diese Produktion ist eine Reise durch das
Goethesche
Universum: von der griechischen
Mythologie bis zum Anthropozän. Dominique
Horwitz und Regisseur Torsten Fischer bieten
eine tiefgründige Auseinandersetzung mit
Fausts ewigem Kampf, eine Erkundung von
Macht, Besitz und der Suche nach dem wahren
Sinn des Lebens.

Der Schauspieler Max Urlacher präsentiert einige der schönsten Sonette, Monologe und Dialoge William Shakespeares – eine poetische Hommage an die Liebe14
Rio de Janeiro in den 60er Jahren: Es ist Karneval,
die Zeit der farbenprächtigen Paraden, des
Festes und Rausches. Wie jedes Jahr schicken
die verschiedenen Samba-Schulen ihre besten
Vertreter*innen, um auszufechten, wer der oder
die beste Sambista ist. Doch Samba ist weit
mehr als bloß ein grelles Spektakel für Touristen,
eine ekstatische Show oder ein erbitterter Wettstreit
konkurrierender Schulen. Das lernt auch
die Verliererin des aktuellen Wettbewerbs, die
sich, nachdem sie besiegt wurde, eigentlich nur
bei ihrer Großmutter ausweinen möchte. Doch
stattdessen nimmt diese sie mit auf eine Reise
zu den Ursprüngen des Samba, die sie selbst
noch miterlebt hat. Dabei zeigt sie ihr, wie sich
aus ehemals von der Regierung unterdrückten
Ritualen, Tänzen und Musikformen das heutige
Nationalsymbol Brasiliens entwickelt hat.